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Flüssiggas FAQ

Fragen und Antworten rund um das Thema Autogas!

Ist es möglich, in jedes benzinbetriebene Kraftfahrzeug eine Autogasanlage einzubauen?

Bei den meisten Benzinbetriebenen Fahrzeugen ist dies technisch möglich. Jedoch wird für die Nachrüstung einer Autogasanlage ein Fahrzeugspezifisches Abgasgutachten benötigt. Dieses wird in der Regel vom Hersteller/Importeur zusammen mit der Anlage geliefert. Auch werden von einigen Herstellern schon Autogasysteme für Benzindirekteinspritzer (Stichwort: FSI) angeboten.

Was unterscheidet die Autogasanlage von der Erdgasanlage?

Bei Autogas (LPG) handelt es sich um Flüssiggas (Propan/Butan- Gemisch) das mit einem Fülldruck von ca. 10-15 bar getankt wird.

Erdgas (CNG) ist ein Naturprodukt und wird mit einem Fülldruck von über 200 bar gasförmig und hochkomprimiert getankt.

Vorteile eines Autogassystems gegenüber Erdgasantrieb:

* Wesentlich höhere Reichweite bei gleicher Tankgröße.
* Kostengünstiger und sicherer Einbau in fast jedem benzinbetriebenen Fahrzeug möglich.
* Gut ausgebautes Tankstellennetz in Europa.

Um eine Verwechslungsgefahr beim Betanken zu vermeiden, sind Autogas und Erdgasfahrzeuge mit unterschiedlichen Tankstutzen ausgerüstet!

Hat man nach der Umrüstung des Fahrzeuges mit Leistungsverlusten oder ähnlichem zu rechnen?

Bei Fahrzeugen die nach dem Venturi-Prinzip umgerüstet wurden, kommt es durch die technisch bedingte Verengung im Ansaugrohr in der Regel zu einem Leistungsverlust von ca. 10-15 %. Dies macht sich meistens in der Endgeschwindigkeit bemerkbar.

Bei den heutigen modernen Gaseinblas- und Gaseinspritzanlagen gibt es diese Verengung nicht, da die zusätzlich benötigten Einspritzdüsen von außen in die Ansaugbrücke montiert werden. Hierdurch ist bei diesen Anlagen ein Leistungsverlust kaum zu bemerken (<5%).

Wie wirkt sich der Einbau einer Autogasanlage auf die Kfz-Steuer aus?

Da die Kfz-Steuer in Deutschland unter anderem auch nach der Abgasemission bemessen wird, bleibt diese üblicherweise gleich.

Voraussetzung dafür ist es, dass die nachgerüstete Autogasanlage über ein entsprechendes Abgasgutachten verfügt, welches das gleiche Abgasverhalten wie auf Benzin bestätigt.

Wird im Abgasgutachten der Autogasanlage ein schlechteres Abgasverhalten bestätigt, so ändert sich der Kfz-Steuersatz dementsprechend.

Daher ist es wichtig sich beim jeweiligen Umrüster über eine evtl. Änderung der Kfz-Steuer schon vorab zu informieren.

Auf dem Markt gibt es verschiedene Autogassysteme. Worin unterscheiden sich diese grundsätzlich?

Grundsätzlich kann man unter vier Autogas-Systemen unterscheiden:

Venturi-Prinzip

Diese Anlage arbeitet (wie es der Name schon sagt) nach dem Venturi-Prinzip (Vergaser-Prinzip). Im Ansaugtrakt wird vor der Drosselklappe ein Mischer eingebaut. Durch den Luftstrom wird am Mischer ein Unterdruck erzeugt. Das Gas wird von der vorbeiströmenden Luft mitgerissen. Diese Technik sollte allerdings in den heutigen modernen Kraftfahrzeugmotoren nicht mehr angewandt werden.

Kontinuierliche Gaseinspritzung

Bei diesem System werden Gaseinspritzdüsen vor den einzelnen Einlassventilen montiert. Hierüber wird das Gas mit einem bestimmten Druck kontinuierlich in den Ansaugtrakt gespritzt. Über eine elektronisch gesteuerte Gasmengenregelung wird dem Motor die jeweils benötigte Gasmenge zugeführt.

Sequentielle Gaseinspritzung

Hierbei werden elektronisch geregelte Einspritzdüsen vor den Einlassventilen montiert. An den Gaseinspritzdüsen liegt das Gas mit einem bestimmten Druck an. Die Düsen werden vom Gassteuergerät angetaktet. Über die Einspritzdauer wird die jeweils benötigte Gasmenge geregelt.

Sequentielle Flüssiggaseinspritzung

Dieses System unterscheidet sich grundlegend von den anderen, da hierbei kein Verdampfer benötigt wird. An den elektronisch gesteuerten Einspritzdüsen liegt das Gas in flüssiger Form an. Der Verdampfungsvorgang findet erst im Verbrennungsraum statt. Eindeutiger Vorteil bei diesem System ist die bessere Innenkühlung des Motors und der im Motorraum (durch den Wegfall des Verdampfers) geringere Aufwand beim Einbau.

Warum ist es meistens notwendig, nach dem Einbau der Autogasanlage, einen anderen Zündkerzentyp zu verwenden?

Gerade bei Fahrzeugen mit Venturi-Anlagen ist es notwendig, eine hohe Zündsicherheit zu erreichen, da es bei Zündaussetzern zu einer Rückzündung (Backfire) im Ansaugtrakt kommen kann.

Daher empfehlen die meisten Autogasanlagenhersteller möglichst immer einpolige Zündkerzen mit einem sehr geringen Kontaktabstand (‹0,8mm) zu verwenden. Dies erhöht bei einem autogasbetriebenem Fahrzeug wesentlich die Zündsicherheit.

Welche zusätzlichen Wartungsarbeiten müssen nach dem Einbau einer Autogasanlage beachtet werden?

Eine Autogasanlage ist sehr wartungsfreundlich. Trotzdem gibt es auch hier ein paar Dinge zu beachten.

Alle 2 Jahre wird, im Rahmen der Hauptuntersuchung, eine Gasanlagenprüfung (GAP) durchgeführt. Hierbei wird unter anderem eine Dichtigkeitsprüfung am Fahrzeug vorgenommen. Dadurch können eventuell vorhandene Undichtigkeiten frühzeitig erkannt werden. Bei dieser Prüfung werden alle Anschlüsse und der Verdampfer auf Undichtigkeiten überprüft.

Die Wechselintervalle der Zündkerzen verkürzen sich in der Regel auf etwa 20.000 km (je nach eingebautem Autogassystem). Hierbei empfehlen die meisten Hersteller 1-polige Zündkerzen.

Weiterhin wird bei den heutigen "modernen Anlagen" ein Trockengasfilter eingebaut, um die hochwertigen Gaseinspritzdüsen vor Verschmutzung zu schützen. Der Wechselintervall für solch einen Filter liegt (je nach Hersteller) bei ~20.000 km.

Die genauen Kosten für zusätzlich anfallende Wartungsarbeiten können beim jeweiligen Umrüster erfragt werden.

Ich möchte bei der Umrüstung meines Fahrzeuges auf LPG nicht auf den Kofferraum verzichten. Gibt es da auch andere Möglichkeiten?

Die meisten Hersteller bieten auch Unterflur- und/oder Reserveradtanks an. Hierbei liegt die Tankgröße je nach Fahrzeug bei ca. 30-90 Liter. Als Ersatz für das Reserverad wird dann der bekannte Reifenpilot aus der Flasche mitgeführt.

Diese Form des Tankeinbaus wird immer beliebter, wobei solche Tanks von vielen Umrüstbetrieben zum gleichen Preis angeboten wird wie die herkömmlichen Rundtanks.

Ist es möglich 2 Gastanks in einem Fahrzeug unterzubringen, um damit eine höhere Reichweite zu erreichen?

Dies ist in der Regel problemlos möglich. Hier wird meistens die Kombination eines normalen Gastanks mit einem Reserveradmuldentank gewählt. Für den Einbau von zwei oder mehr Gastanks werden zusätzliche Rückschlag- und Überdruckventile benötigt.

Der Einbau von mehreren Gastanks ist besonders für Vielfahrer eine Überlegung wert.

Ist es nötig, bei größeren Gastanks Zusatzfedern einzubauen?

Je nach Fahrzeugtyp kann es notwendig sein, Zusatzfedern in der Hinterradaufhängung einzubauen, um das durch den Gastank höhere Gewicht abzufangen.

Zusatzfedern werden meist bei Fahrzeugen mit 2 oder mehr Gastanks eingebaut.

Ob für das jeweilige Fahrzeug Zusatzfedern notwendig sind, sollte am besten beim jeweiligen Einbaubetrieb erfragt werden.

Können eigentlich auch Roller und ähnliches auf Gasbetrieb umgerüstet werden?

Es können problemlos auch kleine Motoren auf Gas umgerüstet werden. Es gibt schon einige Einbaubetriebe die sich auf solche Motoren spezialisiert haben.

Diese Möglichkeit wird aufgrund der besseren Abgaswerte häufig für Hallen-Karts genutzt.

Ist es möglich, Dieselfahrzeuge auf Gasbetrieb umzurüsten?

Technisch gesehen ist dies möglich. Es gibt zwei Varianten um dies zu realisieren.

Zum einen kann mit einem Diesel/Gas-Gemisch gefahren werden. Da es sich bei Dieselmotoren um einen Selbstzünder handelt, wird der Diesel als Zündhilfe benötigt.

Zum anderen ist es möglich, nachträglich eine Fremdzündung einzubauen.

Da beide Möglichkeiten mit einem sehr hohen technischen Aufwand verbunden sind, ist eine Umrüstung von Dieselfahrzeugen schlicht zu teuer.

Rückbau / Umbau von Autogassystemen

Lässt sich eine Nachrüstung wieder rückgängig machen?

Grundsätzlich ist dies problemlos möglich. Hierbei sind jedoch unter anderem die nachfolgenden Punkte/Hinweise zu beachten.

In der Regel werden folgende Veränderungen am Fahrzeug (sequentielle Anlagen) vorgenommen:

Frontkit:

* Die Einspritzdüsen werden in die Ansaugbrücke montiert.
* Verdampfer und Gasventile sowie das Gassteuergerät werden im Motorraum meist mit 6 oder 8 mm Schrauben befestigt.
* Der Gas-/Benzinumschalter wird im Innenraum (Armaturen) montiert.

Elektrik:

Je nach Anlagenhersteller werden u. a. folgende Signale abgegriffen:

* Klemme 15 (Zündung)
* Klemme 30 (Dauerstrom)
* Klemme 1 (Drehzahlsignal, z.B. Zündspule)
* Lambdasonde (Signalleitung)
* Einspritzzeiten (am Stecker der Benzineinspritzdüsen)

Tank:

* Der Tankanschluss ist meistens in der Stoßstange oder der Seitenverkleidung (Blech) angebracht.
* Der Tank wird i. d. R. mit 10 mm Schrauben am Fahrzeugboden befestigt.
* Die Verlegung der Gasleitung erfolgt mit Leitungsschellen und Blechschrauben.

Bei einem Rückbau müssen alle oben genannten Veränderungen rückgängig gemacht werden. Bohrungen am Fahrzeugboden und im Motorraum müssen geschlossen/ versiegelt werden. Bohrungen in der Ansaugbrücke werden z. B. mit Alu-Blindstopfen verschlossen. Wichtig ist hier eine 100% Abdichtung (Stichwort: Falschluft). Elektrische Anschlüsse am original Kabelbaum sind zu verlöten. Hier empfiehlt sich die Verwendung von Schrumpschlauch um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Die Bohrung für den Tankstutzen sollte von einem Karosseriefachmann verschlossen und neu lackiert werden.
Autogas, Gasanlage, Autogasanlage, Information
Hans-Jürgen Köhler
KFZ Instandsetzung

Quellwiesen 6
97957 Unterwittighausen
Telefon 09347/929380
Telefax 09347/929381